Brief vom Ende der Welt

Ausgewählte Gedichte

Lisel Mueller

14,00 €
Bruttopreis

Lisel Mueller ist die einzige deutsche Dichterin, die je den US-amerikanischen Pulitzer Prize für Lyrik gewonnen hat. Mit diesem Auswahlband erscheint erstmalig ein Querschnitt aus ihrem Oeuvre auf Deutsch – in einer zweisprachigen Ausgabe. 2019 wurde Lisel Mueller mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Liebe, Alltag, Tod, Geschichte und Natur: mit unglaublicher Souveränität macht Lisel Mueller aus den Themen unseres Lebens Gedichte, die nicht nur formal und sprachlich, sondern auch emotional bezwingen. Lisel Mueller ist die bedeutendste amerikanischen Dichterin der Gegenwart. Vom American Book Award über den Pulitzer Prize bis zum Ruth Lilly Memorial Award reichen die Auszeichnungen. 2019 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

»Bei Dämmerung zieht das Wasser in den Straßengräben das letzte Licht an, verwandelt es von Blei in sanft schimmerndes Silber. Ich habe Jahre gebraucht, um dieses schräge Treffen von Himmel und Wasser spät am Tag zu entdecken, wenn den Toten ihr kurzes Leben erlaubt ist.«

Seiten
108
Übersetzt von
Andreas Nohl
Autorin
Lisel Mueller
Umschlag von
Walter Hartmann
Bindungsart
Paperback
Untertitel
Ausgewählte Gedichte
ISBN
978-3-87512-281-7

Lisel Mueller (geboren als Lisel Neumann am 8. Februar 1924 in Hamburg) ist eine deutsch-amerikanische Dichterin und Übersetzerin.

Lisel Muellers Eltern waren der Reformpädagoge Fritz C. Neumann (1897–1976) und die Lehrerin Ilse Burmester (* 1899 – † 1953). Fritz C. Neumann war bis 1930 Lehrer an der Lichtwarkschule und danach an einem Hamburger Realgymnasium tätig. Er wurde nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 aus dem Schuldienst entlassen und fand zeitweise Arbeit als Lehrer an Exilschulen für deutsche Flüchtlinge in Frankreich und Italien. 1937 gelang ihm die Einreise in die USA 1939 konnte er seine Frau und seine zwei Töchter nachholen. Er fand in Indiana zunächst eine Stelle als Deutsch- und Französischlehrer am Evansville College in Evansville, wo sich die Familie auch niederließ.

Lisel graduierte 1944 an der University of Evansville. Sie heiratete den Musikwissenschaftler Paul E. Mueller, der als Verlagslektor in einem juristischen Fachverlag arbeitete und mit dem sie zwei Kinder bekam. Sie wohnten in Lake Forest, Illinois. Paul E. Mueller starb 2001. Seit seinem Tod hat Lisel Mueller nichts mehr veröffentlicht.

Lisel Mueller unterrichtete zeitweise Literatur an der University of Chicago, am Elmhurst College in Elmhurst (Illinois) und am Goddard College in Plainfield (Vermont). 1965 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband, Dependencies. Ihre Essays und Gedichte wurden in verschiedenen Zeitschriften gedruckt, so im Chicago Review, in Ploughshares, im New England Review und in Poetry. Mueller übersetzte Gedichte von Marie Luise Kaschnitz und Texte von Anna Mitgutsch ins Englische.

Der 1980 erschienene Band The Need to Hold Still erhielt 1981 den National Book Award für Lyrik und der Band Alive Together 1997 den Pulitzer-Preis für Dichtung. Im Jahr 2002 erhielt Mueller den hochdotierten Ruth Lilly Poetry Prize.  2019 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. »Lisel Mueller wurde für ihre Verdienste als Lyrikerin und Übersetzerin ausgezeichnet«, so das Ordensreferat. Gewürdigt werde ihr Lebenswerk. Trotz dieser Anerkennung ist Lisel Mueller in Deutschland kaum bekannt. Der zweisprachige Band »Brief vom Ende der Welt« mit ausgewählten Gedichten, ist die einzige Veröffentlichung, die es von ihr auf Deutsch gibt.