
Gerda Blees
Sommerwasserlinsen
Übersetzt aus dem Niederländischen von
Ein Junge springt in einen Kanal, um seinen Tischtennisball zu retten. Eine Frau beobachtet einen Unfall, der ihr seltsam bekannt vorkommt. Ein Kind verletzt sich selbst, um seinen Eltern zu entkommen. Ein Mann legt sich auf ein Gleis, fragt sich, was er spürt, und erhält Antworten von einer Amsel.
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Gerda Blees zeichnet in ihrem literarischen Debüt eine Welt, in der Menschen bis zum Äußersten gehen. In ihren zehn feinfühlig erzählten Geschichten liegen Wille, Wunsch und Wahn nah beieinander – denn menschliches Handeln ist oft auch eines: widersprüchlich.
Fürsorge kippt in Sorglosigkeit, Überzeugungen werden vom Zweifel abgelöst, immer spielt der Tod eine Rolle. Nicht grundlos, nicht selbstverständlich, sondern weil auch Zufälle, Überforderung, fixe Ideen und Verhaltensmuster die Geschehnisse bestimmen.
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Ruhig und klar schreibt Gerda Blees in zehn Geschichten von Menschen, die (fast) an ihr Lebensende kommen – ohne unbedingt ans Sterben zu denken. Unfälle, Zufälle und Umstände lassen das Unvermeidbare eintreten und offenbaren die Ambivalenzen und Widersprüche des Menschseins. Der Band Sommerwasserlinsen überwältigt mit im wahrsten Sinne des Wortes unglaublichen Szenarien, die uns, ohne zu skandalisieren, die fragilen Grenzen unserer menschlichen Existenz spüren lassen.
Gerda Blees
Gerda Blees (*1985) lebt und schreibt in Haarlem im Nordwesten der Niederlande. Sie studierte Fine Arts an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und unterrichtete an verschiedenen Universitäten. Für ihren ersten Roman »Wir sind das Licht« erhielt sie u.a. den »Nederlandse Boekhandelprijs« (Preis des niederländischen Buchhandels, wird seit 2015 jährlich an ein literarisches Originalwerk in niederländischer Sprache verliehen) und den »Literaturpreis der Europäischen Union«. Das Buch ist 2022 bei Zsolnay in der deutschen Übersetzung von Lisa Mensing erschienen.
Übersetzerin
Lisa Mensing (*1989) lebt als Übersetzerin aus dem Niederländischen in Münster. In Utrecht und Münster studierte sie Interdisziplinäre Niederlandistik und Literarisches Übersetzen. Sie übersetzt Prosa, Essays, Theaterstücke sowie Lyrik, u. a. die Romane »Trophäe« und »Das Geschenk« (Zsolnay) von Gaea Schoeters. 2024 wurde sie für die Übersetzung von Caro Van Thuynes »Birkenschwester« (MaroVerlag) mit dem Förderpreis des »Straelener Übersetzerpreises« ausgezeichnet.