»Alles soll sehr weiß sein« ist ausgezeichnet!

Dieses Jahr steht Ute Wegmanns Roman »Alles soll sehr weiß sein« auf der Empfehlungsliste »Bayerns Beste Independent Bücher 2026« und wir freuen uns sehr! Die Liste – eine Initiative vom Bayrischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst – zeichnet jedes Jahr zehn Neuerscheinungen aus unabhängigen Verlagen in Bayern aus, um auf deren verlegerisches Arbeiten aufmerksam zu machen. Auf die Auszeichnung können sich die Verlage einmal jährlich bewerben. Eine Jury sichtet alle Einreichungen und wählt zehn Titel aus.

In der Begründung schreibt die Jury über »Alles soll sehr weiß sein«:

»Der Roman von Ute Wegmann ist ein feinsinnig komponiertes, generationenübergreifendes Portrait der Lebensläufe dreier besonderer Frauen – Hertha, Ellen und Dora – zwischen 1930 und 1989. Wegmann zeigt sie als Familie und Zeitzeuginnen ihrer jeweiligen Epoche, meist verwurzelt im dörflichen Milieu fernab der ›großen‹ Welt. Gleichzeitig ist das Werk eine eindringliche Auseinandersetzung mit Schweigen und dem Unsagbaren – mit der mangelnden Gesprächsbereitschaft in der Nachkriegszeit und ihrer Folgen für familiäre Erinnerungen und Haltungen. Formal überzeugt der Roman durch seine klare Gliederung – jede Protagonistin erhält die ihr zustehende Stimme und den nötigen Raum.«

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den diesjährigen Jury-Mitgliedern für ihre Worte, vielen Dank an Carola Kupfer (Schriftstellerin und Literaturveranstalterin, Präsidentin des »Bayrischen Ladesverbandes der Kultur- und Kreativwirtschaft e.V.«, Vorsitzende der Regionalgruppe Ostbayern des »Verbands Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Bayern«), Manfred Metzner (Verleger von »Verlag Das Wunderhorn« in Heidelberg, Vorsitzender der Kurt-Wolff-Stiftung 2000–2010), Regina Moths (Buchhändlerin, Buchhandlung »Literatur Moths«), Alke Müller-Wendlandt (Literaturhaus München, Kuratorin von »Andere Bücher. Markt der unabhängigen Verlage«), Patricia Preuß (Programmleiterin des Literaturarchivs Sulzbach-Rosenberg/Literaturhaus Oberpfalz, Initiatorin der Regionalbuchmesse Oberpfalz) und Dr. Christiane Rabe (Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek im Schloss Blutenburg). Außerdem gilt unser Dank dem Bayrischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.

Natürlich freuen wir uns auch mit und für die Verlage, mit denen wir uns die Auszeichnung teilen dürfen, für den Eisele Verlag, den Hagebutte Verlag, für hochroth München, Jupitermond, limbion, den Mixtvision Verlag, für Sorry Press, starfruit publications und den Susanna Rieder Verlag. Eine Gesamtübersicht ist auf der Website des Ministeriums zu finden. Außerdem könnt ihr alle ausgezeichneten Bücher vom 7. bis 11. Oktober 2026 am Stand XPLR: MEDIA in Bavaria | Medien.Bayern GmbH (Halle 5.0/A71) auf der Frankfurter Buchmesse kennenlernen.

Die Liste mitsamt der Jury-Begründungen findet sich in der Broschüre, die online eingesehen werden kann. Darüber hinaus durften wir auch in diesem Jahr beim Podcast mit Christine Knödler über unsere Arbeit und das Buch sprechen. Dieses Interview wurde mit allen Verlegerinnen und Verlegern geführt, aus deren Programm ein Titel ausgezeichnet wurde, und kann sich auf der Seite des Bayrischen Staatsministeriums angehört werden.

Großmutter, Mutter, Tochter – zwischen 1930 und 1990. Hertha bringt ihre 1935 geborene Tochter Ellen durch den Zweiten Weltkrieg. Sie arbeitet in der Wäscherei eines Klosters, das nach dem »Klostersturm« durch die SS zum Lazarett wird. Ellen baut als Sechzehnjährige die Firma der Eltern mit auf und erlebt die Wirtschaftswunderjahre. Ellens Tochter Dora verlässt das Dorf und studiert. Ihre Jugend ist geprägt von den Studentenbewegungen und der RAF-Zeit, von der Forderung, die nationalsozialistischen Verbrechen aufzuklären. Doch zu Hause wird, wie überall, geschwiegen.

Gesellschaftliche Prägungen, Konventionen, persönliche Haltungen der Familie und die Frage, wie die Frauen vor, während und nach dem Krieg lebten und arbeiteten, stehen im Mittelpunkt des Romans. Ute Wegmann porträtiert in »Alles soll sehr weiß sein« berufstätige, selbstständige Frauen dreier Generationen in ihrem Alltag.

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