Ole Nymoen
Auf der Suche nach der gestohlenen Zeit
Jubiläums-MaroHeft #20 zeigt auf, woran die meisten Menschen leiden – und wie viel lebenswerter die Welt sein könnte. Das »schöne Leben für alle« fängt die französische Künstlerin Olga Prader mit ihrem Zeichenstift ein.
Der Autor schaut aus dem Fenster und fragt sich: Was machen die Menschen eigentlich den lieben langen Tag? Und vor allem, warum? Erst quälen sie sich aus dem Schlaf, dann schuften sie stundenlang für den Reichtum anderer – und in der »Freizeit« erledigen sie die Aufgaben, die ihnen von Staat und Patriarchat (Care-Arbeit!) auferlegt werden. Das ist mehr als nur traurig: Denn die technischen Errungenschaften sind schon lange an einem Punkt, an dem für alle Menschen umfassend gesorgt sein könnte. Und dennoch ist immer wieder aufs Neue die Rede davon, dass »wir« nun endgültig den Gürtel enger schnallen und noch länger arbeiten müssen. Irgendetwas stimmt hier nicht. Was wir täglich tun, kann man keinem klar denkenden Menschen mehr verkaufen. Und das will unser Erzähler auch nicht: Er sitzt daheim mit seinen Katzen, und nur zu ihnen, deren Alltag aus Fressen, Schlafen und Putzen besteht, kann er vertrauensvoll über den ganz normalen Wahnsinn sprechen.
Ole Nymoen
Ole Nymoen ist Sachbuchautor und Journalist. Mit Wolfgang M. Schmitt schrieb er »Influencer. Die Ideologie der Werbekörper« (Suhrkamp) und hostet den Podcast »Wohlstand für Alle«. Zuletzt erschien sein Buch »Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde. Gegen die Kriegstüchtigkeit« (Rowohlt).
Illustratorin
Olga Prader, 1986 in Paris geboren, ist eine französisch-schweizerische Grafikdesignerin, Art-Direktorin und Illustratorin. Sie studierte Grafikdesign an der ECAL (CH) und der Gerrit Rietveld Academy (NL). Von 2014 bis 2017 arbeitete sie für das Designstudio M/M (Paris). Als Art Direktorin wirkte sie an der Einführung der Marke ARKET mit. Ihre zeichnerische Praxis – oft in Schwarzweiß – zeichnet sich durch eine kritische, humorvolle und erotische Haltung gegenüber den dargestellten Inhalten aus. Ihre Zeichnungen wurden bei Apartamento, Nieves, Anaïck Moriceau Editions, Anura Editions und Cpress veröffentlicht. Sie hat mit verschiedenen Marken und Institutionen zusammengearbeitet (Hermes, Maison Martin Margiela, Schauspielhaus Zürich, Zeit Magazin, M le Monde, World of Interiors, Modern Dance Theater Stockholm, Locarno Film Festival, Théâtre Sevelin 36, ARKET). Sie lehrte und war Jurymitglied an der École nationale supérieure des beaux-arts de Lyon, La Cambre in Belgien und der Hochschule der Künste Bern in der Schweiz. Ihre Arbeiten wurden in Ausstellungen in der Galerie Francesca Pia in Zürich, der schwedischen Stiftung für zeitgenössische Kunst INDEX, der Étoile du Nord in Paris gezeigt und 2025 in der Galerie RAUCH OFFSPACE in Krefeld. 2021 gewann Olga Prader mit ihren Illustrationen den Swiss Design Award. olgaprader.com
Stimmen zu den MaroHeften
»Gönnt Euch kluge Gedanken, kauft die MaroHefte!«
blauschwarzberlin
»Die Hefte sind bibliophile Schmuckstücke. […] Vor allem aber mit Illustrationen in einem Farbdruck, der auch Ahnungslose spüren lässt, dass sie hier etwas Besonderes in der Hand halten.«
Christian Jooß-Bernau in der Süddeutschen Zeitung
»Den MaroHeften […] gelingt es immer wieder, ungewöhnliche Fragen zu stellen und Dingen nachzugehen, die sonst eigentlich keine Beachtung finden. Kaum hat sie der MaroVerlag formuliert, fragt man sich, warum man zu diesem oder jenem Thema bisher eigentlich noch nichts gehört hat.«
Grafikmagazin, Ausgabe 3/2024
»[Eine] wilde Reihe mit so etwas wie bibliophilen Broschuren bzw. wunderbar illustrierten, opulenten und sehr dünnen Büchern inklusive Postern, Postkarten und so weiter. Wenn Sie finden, Sie haben zu wenig Zeit zum Lesen, kaufen Sie dünnere Bücher. Und fangen Sie mit MaroHeften an.«
Bastian Pütter im bodo Magazin, Ausgabe Juli 2024
Presse
»Nicht nur als bibliophiles Schmuckstück zeigt das Maro-Heft die Absurdität moderner Wirtschafts- und Arbeitsorganisation, auch die ungerechte Verteilung der Güter wird ironisierend infrage gestellt. Was uns im Alltag kaum je bewusst wird, führt Ole Nymoen hier sprachlich bilderreich vor Augen, unterstützt durch bezaubernde Zeichnungen von Olga Prader. Empfehlenswert für Schulen als auflockerndes Unterrichtsmaterial und für uns alle bei Frustration über Hektik, Schlaf- und Zeitmangel.«
Thomas Barth auf socialnet
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