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Ute Wegmann
Alles soll sehr weiß sein
Als Kind denke ich:
Es ist normal, traurig auszusehen, wenn man erwachsen ist.
Es ist normal, viele Zigaretten zu rauchen.
Es ist normal, Bier zu trinken, wenn man ein Mann ist.
Es ist normal, sich nicht anzufassen, nicht zu küssen, nicht liebevoll miteinander zu sprechen, wenn man verheiratet ist.
Es ist normal, dass Frauen bestimmen, was gemacht wird.
Großmutter, Mutter, Tochter – zwischen 1930 und 1990. Hertha bringt ihre 1935 geborene Tochter Ellen durch den Zweiten Weltkrieg. Sie arbeitet in der Wäscherei eines Klosters, das nach dem ›Klostersturm‹ durch die SS zum Lazarett wird. Ellen baut als Sechzehnjährige die Firma der Eltern mit auf und erlebt die Wirtschaftswunderjahre. Ellens Tochter Dora verlässt das Dorf und studiert. Ihre Jugend ist geprägt von den Studentenbewegungen und der RAF-Zeit, von der Forderung, die nationalsozialistischen Verbrechen aufzuklären. Doch zu Hause wird, wie überall, geschwiegen.
Gesellschaftliche Prägungen, Konventionen, persönliche Haltungen der Familie und die Frage, wie die Frauen vor, während und nach dem Krieg lebten und arbeiteten, stehen im Mittelpunkt des Romans. Ute Wegmann porträtiert in »Alles soll sehr weiß sein« berufstätige, selbstständige Frauen dreier Generationen in ihrem Alltag.
Ute Wegmann
Ute Wegmann, 1959 in Düsseldorf geboren, studierte Germanistik und Romanistik in Köln, arbeitete von 1994 bis 2025 als Redakteurin und Moderatorin für den Deutschlandfunk und engagiert sich als Kulturvermittlerin. In der Reihe Hanser bei dtv erschienen von ihr acht Kinder- und Jugendromane, zuletzt der Gedichtband »Manchmal bist du überall«. »Sandalenwetter« ist seit Jahren überregional Schullektüre. Ute Wegmann übersetzte die Autobiografie von Judith Kerr »Geschöpfe. Mein Leben und Werk« (edition memoria) und übertrug »Der Grüffelo« von Axel Scheffler und Julia Donaldson (Beltz & Gelberg) ins Kölsche. Sie verfilmte Bilderbücher von Hermann Schulz, Peter Schössow und Ulf Nilsson.
Presse-Stimmen
Ute Wegmann lässt in ihrem Roman »Alles soll sehr weiß sein« deutsche Vergangenheit lebendig werden, indem sie den Frauen in der jeweiligen Zeit eine Stimme gibt.
»Alles soll sehr weiß sein« bietet einen attraktiven Blick in die deutsche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts. Der Roman ist behutsam im Zugriff, facettenreich in der Ausgestaltung und fair in der Abwägung.
[Der Roman] speist sich aus den drei Stimmen von Hertha, Ellen und Dora, mit denen wir durch die Wendungen des Zeitgeschehens gehen. [...] Im Raum zwischen den Stimmen der drei Frauen gleitet man durch die Epochen einer rheinischen Welt, deren Lebensnerv in diesem erstaunlichen Roman wunderbar authentisch getroffen ist.
Nüchtern und präzise, bisweilen knapp entwirft Wegmann mit klaren Bilden eine Atmosphäre.
Veranstaltungen
Lesung Literaturhaus Köln
Zum 30. Geburtstag des Literaturhauses werden monatlich Bücher von Autor*innen aus der Region vorgestellt. Bei Getränk und kleinem Imbiss gibt es die Gelegenheit zum Austausch. Neben Ute Wegmann wird auch Bastian Schneider aus seinem Roman »Umschreibung«, erschienen beim Verlag sonderzahl, vorlesen. Es moderieren Sabine Küchler und Martin Mittelmeier.
Lesung im Kloster Knechtsteden
Weitere Infos zur Veranstaltung folgen.
Lesung Buchhandlung Kapitel Zwei
Weitere Infos zur Veranstaltung folgen.
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