Única blickt aufs Meer

Fernando Contreras Castro

Única blickt aufs Meer

Roman

Aus dem costa-ricanischen Spanisch von 

Birgit Weilguny

Auf einer Mülldeponie am Rande der Hauptstadt Costa Ricas kämpfen Única und ihre Freunde ums Überleben. Die Bewohner der Müllhalde, die sogenannten ­»Taucher«, sind Gestrandete, von der Gesellschaft ausge­stoßen, abgelegt und aussortiert. Inmitten von Ratten und Mäusen, Hunden und Geiern suchen sie Tag für Tag nach Essen und anderem Verwertbaren. Hier wird die Lehrerin Única zur Spezialistin des Verfalls und findet neben Schulbüchern, Seifenresten und fast leeren Parfum­flakons nicht zuletzt eine neue Familie.

20,00 €
Bruttopreis

Am Rande von San José, der Hauptstadt Costa Ricas, lagert das schlechte Gewissen der Stadt. Auf einem Hügel befindet sich die Mülldeponie Río Azul. Sie hat sich mit der Zeit in ein albtraumhaftes Müllmeer verwandelt, an dessen Küste alles Mögliche angespült wird: Schulbücher, ungeliebte Weihnachtsgeschenke, nutzloser Tand, alte Männer, Pärchen, Mütter und Söhne. Die Gestrandeten, von der Gesellschaft Ausgestoßenen, finden im precario, der informellen Siedlung auf der Müllhalde, ein neues Zuhause. Mit forschendem Blick und viel Fingerspitzengefühl durchwühlen die sogenannten »Tauchern« – ähnlich wie die Catadores in Brasilien oder die Cartoneros in Argentinien – den Müll, der aus den reichen und armen Stadtvierteln Tag für Tag angeschwemmt wird. Manchmal entdecken sie dabei ein kleines persönliches Glück.

Fernando Contreras Castro gibt den Tauchern in diesem Buch ein Gesicht, indem er ihr karges Leben, ihre Solidargemeinschaft und ihr politisches Aufbegehren inmitten des Gestanks und der Fliegenschwärme in wunderbar poetischer Sprache einfängt. In Zeiten der wachsenden sozialen Ungleichheit, verbrauchter Ressourcen und lauter werdenden klimapolitischen Forderungen, ist dieser Roman eine wichtige Stimme.

Untertitel
Roman
Autor
Fernando Contreras Castro
Übersetzt von
Birgit Weilguny
Seiten
144
Sprache
Deutsch
Umschlag von
Yvonne Kuschel
Bindungsart
Hardcover
ISBN
978-3-87512-492-7

Der Costaricaner Fernando Contreras Castro (*1963) ist einer der bekanntesten Schriftsteller seines Landes und gilt als Vertreter der costa-ricanischen Literatur der »Generation der Enttäuschung«. Er arbeitet als Professor für Literatur an der Universität von Costa Rica in San Jose. Es wurde zweifach mit dem costa-ricanischen Nationalpreis Aquileo J. Echeverría ausgezeichnet. 1995 für den Roman »Los Peor«, der auf Deutsch unter dem Titel »Der Mönch, das Kind und die Stadt« im MaroVerlag erschienen ist und als Taschenbuchlizenz im Unionsverlag. Ein zweites Mal wurde er im Jahr 2000 für »El tibio recinto de la oscuridad« mit diesem Preis in der Sparte Roman ausgezeichnet. Insgesamt hat Fernando Contreras Castro sechs Romane und drei Bände mit Kurzgeschichten in Costa Rica veröffentlicht. Zuletzt erschien »Única blickt aufs Meer«. Die beiden Romane im MaroVerlag sind die einzigen Bücher, die bisher auf Deutsch von ihm vorliegen.

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