Westlich von Rom

John Fante

Westlich von Rom

und die Erzählung DIE ORGIE (übersetzt von Karl H. Mayer)

Aus dem amerikanischen Englisch von

Doris Engelke

»Was Fantes Protagonisten bei all ihren Unternehmungen auszeichnet, ist ihre grenzenlose Neugier, ihre offene Entdeckerfreudigkeit, ihr Mut zum Risiko. Angstfrei und ohne Hemmungen bewegen sie sich in fremder Umgebung mit der Unbefangenheit eines Kindes. […] Aber das ist Fante pur: ein erotischer Faustschlag, ein literarischer Fantast, ein politischer Provokateur. Ein Schriftsteller, der sich zwischen alle Stühle setzt, weil das die einzige Möglichkeit ist, extreme Positionen miteinander zu verbinden.«

Wolfgang Rüger, Übersetzer und »Fanteologe«

18,00 €
Bruttopreis

Inhalt

Plötzlich sitzt dieser übergroße, verzottelte Hund im Garten von Familie Molise und will nicht mehr gehen. Ohne ihn war das Leben an der Küste Kaliforniens schon turbulent genug. Als das Monstrum jedoch für un­gekannten Respekt in der Nachbarschaft sorgt, ist für den Vater klar: Der Hund bleibt! 

Die vier erwachsenen Kinder schwanken zwischen Abscheu und Sorge, die Mutter zwischen Frust und Mitleid. Doch dann eskalieren die familiären Konflikte, der Hund wird zum Spaltpilz. Die alten Sehnsüchte des Vaters kehren zurück, er verliert sich in seinen Träumen. Sein von Magengeschwüren begleitetes Dasein als erfolgloser Drehbuchschreiber soll sich endlich ändern. Am liebsten würde er nach Rom und mit einer schönen ­Signorina auf der Piazza Navona sitzen. Doch jetzt sorgt dieser riesige Hund für neue Katastrophen …

Eine skurrile Geschichte mit exzentrischen Figuren, irre wie das echte Leben.

Autor_in

John Fante wurde 1909 als Sohn italienischer Einwanderer in Colorado geboren und ging Ende der zwanziger Jahre nach Kalifornien. Dort begann er unter schwierigen Bedingungen eine Karriere als Autor. John Fante ist in Deutschland noch immer ein Geheimtipp. Auch in den USA wurde er erst in hohem ­Alter zu den großen West-Coast-Schriftstellern wie Mailer, ­­Fitz­gerald und Chandler gezählt. Seine Beachtung stieg, nachdem Charles Bukowski ihn zu seinem »Gott« erklärte: »Hier endlich war ein Mann, der keine Angst vor Emotionen hatte. Mit überwältigender Schlichtheit vermischen sich Humor und Schmerz.« Der Durchbruch gelang ihm 1938 mit dem Roman »Ich – Arturo Bandini«; seinen Lebensunterhalt verdiente er jedoch zeit seines Lebens als Drehbuchschreiber für die Filmindustrie. Weshalb Fante in seiner Schaffenszeit weitgehend unbeachtet blieb, wird heute der damaligen Verlagswelt zugeschrieben. Seine Romane »Wait until Spring, Bandini«, »Ask the Dust« und »Dago Red« blieben zunächst Insider-Tips, die von den großen Verlage ignoriert wurden. Fante musste sich als Drehbuchautor in Hollywood durchschlagen. 1978 verlor Fante aufgrund einer Diabetes seine Sehkraft; später mussten ihm beide Beine amputiert werden. Sein letztes Buch über seine ersten Tage in Los Angeles diktierte er seiner Ehefrau, bevor er 1983 in Malibu, Kalifornien, verstarb.

Ein kompaktes und gleichzeitig detailliertes Bild von Fante hat Frank Schäfer in der taz veröffentlicht. »Er befragte den Staub« findet man hier.

Übersetzerin

Doris Engelke

Presse

»Es ist erstaunlich, wie gut Fante schreibt, denn irgendwie kommt keine der Figuren wirklich gut weg, aber gerade dadurch wirken sie alle enorm sympathisch. Die Familie Molise und ihr Hund wächst einem so stark ans Herz, man fühlt sich selbst als Teil dieser verschrobenen, aber herzensguten Bande.«

»Plötzlich sitzt dieser übergroße, verzottelte Hund im Garten von Familie Molise und will nicht mehr gehen. Ohne ihn war das Leben and der Küste Kaliforniens schon turbulent genug. Alle wollen ihn so schnell wie möglich loswerden. Als das Monstrum jedoch für ungekannten Respekt in der Nachbarschaft sorgt, ist für den vater klar: Der Hund bleibt!«

»›Westlich von Rom‹ ist ein wunderbar zu lesendes Buch mit knackigen Dialogen, witzigen Szenen, feiner Selbstironie und einfachen Sätzen wohltuend jenseits von teutonischer Lebensgrübelei.«

»Eine höchst vergnügliche Geschichte über eine schräge West-Coast-Familie im Kalifornien der 70er Jahre, die nach dem plötzlichen Auftauchen eines riesigen, zotteligen und obendrein schwulen Hundes gehörig durcheinander gewirbelt wird. Dazu Tagträume von Rom, ein paar Drogen und die Tücken des Schriftstellerdaseins.«

Details

Untertitel
und die Erzählung DIE ORGIE (übersetzt von Karl H. Mayer)
Autor
John Fante
Übersetzt von
Doris Engelke / Karl H. Mayer
Seiten
216
Sprache
Deutsch
Umschlag von
Kolja Burmester
Bindungsart
Broschur
ISBN
978-3-87512-479-8