Poso Wells

Gabriela Alemán

Poso Wells

Roman

160
Seiten
Hardcover
ISBN
978-3-87512-498-9
20,00 €
(brutto)

Aus dem ecuadorianischen Spanisch von

Irene Reinhold

Ecuador im Jahr 2006, kurz vor den Präsidentschaftswahlen. Bei einem Unfall stirbt der verheißungsvollste Kandidat. Sein Stellvertreter überlebt, ist jedoch unauffindbar. Der Journalist Gonzalo Varas heftet sich an die Fersen des Verschwundenen. Die Spur führt ihn ins Viertel Poso Wells und zu neuen Skandalen: Unterirdische Tunnel, blinde Greise und ein streunender Hund. Nach und nach entwirrt Varas die Verstrickungen.

Ecuador, im Stadtgebiet von Guayaquil. Im Viertel Poso Wells stirbt mitten im Präsidentschaftswahlkampf der verheißungsvollste Kandidat samt seiner Entourage durch einen gewaltigen Stromschlag. Sein Stellvertreter, zugleich Chef eines großen Firmen­konglomerats, überlebt zwar, verschwindet aber spurlos. Wurde er entführt?

Der Journalist Gonzalo Varas beginnt zu recherchieren. Dabei deckt er Machenschaften in Poso Wells auf, die zunächst nicht zum Verschwundenen führen, sondern zu einer gefangenen Frau. Immer mehr Fragezeichen tauchen auf. Welche Rolle spielen die Kupfervorkommen in einem entlegenen Tal? Und was haben fünf blinde Greise mit all dem zu tun? Nach und nach entwirrt Gonzalo Varas die Verstrickungen. Gabriela Alemán erzählt mit »Poso Wells« eine rasante Geschichte, in der Unterschicht und Oberschicht, Patriarchat und Femizide, Umweltzerstörung, Korruption und die Instrumentalisierung der Bevölkerung aufeinanderprallen.


»Poso Wells« wurde bereits ins Englische und Portugiesische übersetzt und ist Gabriela Alemáns erstes Werk, das in deutscher Sprache erscheint. Für dieses Projekt erhielten wir die »Verlagsprämie des Freistaats Bayern 2021«. Wir danken dafür herzlich!

Gabriela Alemán

Die ecuadorianische Schriftstellerin Gabriela Alemán (*1968) war bereits in verschiedenen Ländern Amerikas und Europas zu Hause und lebt zurzeit in Quito. Bisher sind von ihr acht Bände mit Prosa (Erzählungen und Romane) erschienen. Im Jahr 2006 erhielt sie ein Guggenheim-Stipendium, 2007 war sie Teil der Gruppe Bogotá 39, einer Begegnung von 39 bedeu­tenden lateinamerikanischen Autor*innen unter 39 Jahren. 2014 erhielt sie den Ersten Preis des Medieninstituts CIESPAL (Interna­tionales Medienzentrum für Studien der Kommunikationswissen­schaft in Lateinamerika) für ihre Chronik über die zeitweise nach Paraguay ausgewanderte Elisabeth Nietzsche. Außerdem ver­fasst sie Sachtexte und Beiträge für Universitäten, literarische Portale und staatliche Institutionen in Südamerika. Alemán promovierte an der Tulane University, New Orleans.

»Poso Wells« wurde bereits ins Englische und Portugiesische übersetzt und ist Gabriela Alemáns erstes Werk, das in deutscher Sprache erscheint.


Übersetzerin

Irene Reinhold (*1971) studierte Hispanistik und Altamerikanistik in San José de Costa Rica und Berlin. Sie übersetzt u. a. Romane, Jugendliteratur und Reiseberichte aus dem lateinamerikanischen Spanisch und verfasst journalistische Beiträge für Zeitschriften und Sachbücher über die Region. Außerdem unterstützt sie Autor*innen von Werken mit Lateinamerika-Thematik bei der Publikation ihrer Texte. Aus dem paraguayischen Spanisch übersetzte sie zuletzt »Blumen im Feuer« von Nelson Aguilera. www.abteilung-wort.de


Presse

»Die Story verurteilt nicht nur die korrupten Geschäftsleute und kriminellen Banden, die in Poso Wells regieren, sondern auch die Gewalt gegen Frauen, die in lateinamerikanischen Slums herrscht.«

»Auf der Suche nach einer spannenden Geschichte, die einem den Atem raubt? Dann ist ›Poso Wells‹ genau das Richtige. Gabriela Alemán übt scharfe Kritik an Politik und Gesellschaft, ohne die Leichtigkeit in der Sprache zu verlieren.«
»In ihrem Werk changiert A. gekonnt mit Sprache, mit Realität, mit dem Übernatürlichen und mit den Kämpfen der Menschen, die sie im Inneren ausfechten. […] Der Roman ist etwas besonderes […] und es wäre wirklich wünschenswert, wenn noch mehr von dieser wunderbaren Autorin, die so viel Scharfblick für die Probleme ihres Landes hat, übersetzt würde.«
»Korruption, geschlechtsspezifische Gewalt, illegaler Raubbau an der Natur, all diese Thematiken verstricken sich in Gabriela Alemáns Roman ineinander. Es passiert viel in kurzer Zeit. Und so absurd der Roman doch an einigen Stellen anmuten lässt, so realistisch wirkt er auch an anderen.[…] Und so hoffnungslos und düster Poso Wells auch anmutet, so finden nicht nur die Figuren des Buches auch Schönheit darin.«

»Poso Wells ist ironisch, gewagt und heftig. Doch was ist es genau? Satire? Science-Fiction? Politkrimi? Oder die pure Wirklichkeit der lateinamerikanischen Gegenwart? Es ist unmöglich, diesen Roman einzuordnen – wie alle großartigen Bücher.«

»Gabriela Alemán hat eine beunruhigende, absurde, teils herzzerreißende Geschichte über die Gräueltaten von Patriarchen und die Schwierigkeiten im Kampf gegen den Kolonialismus geschrieben. ›Poso Wells‹ ist ein Buch über Durchhaltevermögen und Widerstandsfähigkeit.«

»Mit viel Witz, wildwüchsiger Fantasie und einer scharfen Beobachtungsgabe führt Gabriela Alemán die korrupte ecuadorianische Politik und die Ausbeutung des Landes durch profitorientierte Unternehmen vor […] ›Poso Wells‹ ist eine wilde Mixtur aus Satire und Krimi-Elementen und eine sehr lohnenswerte Entdeckung!«

»Der Roman entzieht sich der Einordnung in eine bestimmte Gattung und steht dabei in der der lateinamerikanischen Tradition von beispielsweise Gabriel García Marquez, dem Literatur-Nobelpreisträger aus dem Nachbarland Kolumbien. […] Bleibt zu hoffen, dass auch die weiteren Romane von Gabriela Alemán demnächst auf Deutsch erscheinen, denn die Autorin hat viel zu erzählen.«

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