Ausschnitt aus dem Cover-Motiv des Romans – Gestaltung: Katrin Stangl

Gesellschaftliche Prägungen, Konventionen, persönliche Haltungen der Familie und die Frage, wie die Frauen vor, während und nach dem Krieg lebten und arbeiteten, stehen im Mittelpunkt des Romans »Alles soll sehr weiß sein«. Ute Wegmann porträtiert berufstätige, selbstständige Frauen dreier Generationen in ihrem Alltag. Das Domradio konstatiert in einem Interview mit der Autorin Mitte März, dass Wegmann »deutsche Vergangenheit lebendig werden [lässt], indem sie den Frauen in der jeweiligen Zeit eine Stimme gibt«.

Großmutter, Mutter, Tochter – zwischen 1930 und 1990. Hertha bringt ihre 1935 geborene Tochter Ellen durch den Zweiten Weltkrieg. Sie arbeitet in der Wäscherei eines Klosters, das nach dem ›Klostersturm‹ durch die SS zum Lazarett wird. Ellen baut als Sechzehnjährige die Firma der Eltern mit auf und erlebt die Wirtschaftswunderjahre. Ellens Tochter Dora verlässt das Dorf und studiert. Ihre Jugend ist geprägt von den Studentenbewegungen und der RAF-Zeit, von der Forderung, die nationalsozialistischen Verbrechen aufzuklären. Doch zu Hause wird, wie überall, geschwiegen. »Im Raum zwischen den Stimmen der drei Frauen gleitet man durch die Epochen einer rheinischen Welt, deren Lebensnerv in diesem erstaunlichen Roman wunderbar authentisch getroffen ist.«, urteilt Thomas Linden in der Kölnischen Rundschau vom 24.3.2026.

Der Blog Bücheratlas betont den »attraktiven Blick in die deutsche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts. Der Roman ist behutsam im Zugriff, facettenreich in der Ausgestaltung und fair in der Abwägung«.

Die Autorin Ute Wegmann, Foto: Thekla Ehling

Ute Wegmann, 1959 in Düsseldorf geboren, studierte Germanistik und Romanistik in Köln, arbeitete von 1994 bis 2025 als Redakteurin und Moderatorin für den Deutschlandfunk und engagiert sich als Kulturvermittlerin. In der Reihe Hanser bei dtv erschienen von ihr acht Kinder- und Jugendromane, zuletzt der Gedichtband »Manchmal bist du überall«. Sie übersetzte die Autobiografie von Judith Kerr und verfilmte Bilderbücher von Hermann Schulz, Peter Schössow und Ulf Nilsson.

Am 14. April 2026 lädt sie das Literaturhaus Köln zur Premierenlesung in der Karl Rahner Akademie (Jabachstraße 4–8) ein. Zum 30. Geburtstag des Literaturhauses werden monatlich Bücher von Autor*innen aus der Region vorgestellt. Bei Getränk und kleinem Imbiss stehen an dem Abend die Neuerscheinungen von Bastian Schneider und Ute Wegmann im Zentrum. Karten können nicht mehr erworben werden, aber mit etwas Glück ist an der Abendkasse noch spontan Einlass möglich.

Bereits am 29. April 2026 stellt sie um 20 Uhr auch im Kloster Knechtsteden das Buch vor – an einem der Schauplätze des Romans.

Die beiden Veranstaltungen im Überblick:

14. April 2026, um 19 Uhr
Karl-Rahner-Akademie
Jabachstraße 4-8
50676 Köln
Eintritt: s. Veranstaltungswebsite

29. April 2026, um 20 Uhr
Kloster Knechtsteden
41540 Dormagen
Eintritt: Weitere Infos folgen.

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