Tobias Wenzel war in Ecuador, genauer in Quito, und hat unsere Autorin Gabriela Alemán getroffen und porträtiert. Neben Basketball sprachen sie vor allem über den Roman »Poso Wells«, der letztes Jahr in der Übersetzung von Irene Reinhold bei uns erschienen ist. Das Portrait lief in der Sendung Fazit auf Deutschlandfunk Kultur am 21. August und in der Lesart vom 24. August.

»›Poso Wells‹ ist eine grandiose politische Satire, auch Science Fiction und Krimi. Alemán kombiniert hier zahlreiche Gattungen, schreibt sozialkritisch über Frauenmorde in Ecuador und thematisiert die Umweltzerstörung. Der Roman passt in keine Schublade und ist große Literatur.«

Besonders schön ist die Anekdote, die Gabriela Alemán zur Ausstrahlung eines Radiohörspiels von H. G. Wells’ »Krieg der Welten« im Jahr 1949 erzählt. Darüber schrieb sie auch eine Erzählung. Diese hat zwar mit dem Roman nichts zu tun – dennoch steht sie in gewisser Weise in Verbindung. Denn »Poso Wells« – der Ort und Titel unseres Buches – ist eine Hommage an H. G. Wells und seine Erzählung »Das Land der Blinden«.

Welche Rolle Basketball in ihrem Leben spielte, was sie über die »Diktatur der Algorithmen« denkt und welche Rolle Humor in ihrem Leben spielt verrät Gabriela Alemán im Fortgang des Interviews. »Lachen kann mächtig wie eine Peitsche sein«, sagt sie.

Tobias Wenzel bedauert, dass die »begnadete Erzählerin«, die zu den bedeutendsten Autor*innen Ecuadors gehört, in Deutschland nach wie vor so wenig Beachtung findet. »Poso Wells« wurde bereits ins Englische und Portugiesische übersetzt und ist Gabriela Alemáns erstes Werk, das in deutscher Sprache erscheint. Wir danken der Übersetzerin Irene Reinhold, das sie uns auf den Roman und die tolle Autorin aufmerksam machte.

Für dieses Projekt erhielten wir die »Verlagsprämie des Freistaats Bayern 2021«. Auch dafür danken wir herzlich!

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Foto: Jimmy Mendoza

Die ecuadorianische Schriftstellerin Gabriela Alemán (1968) war bereits in verschiedenen Ländern Amerikas und Europas zu Hause und lebt zurzeit in Quito. Bisher sind von ihr acht Bände mit Prosa (Erzählungen und Romane) erschienen. Im Jahr 2006 erhielt sie ein Guggenheim-Stipendium, 2007 war sie Teil der Gruppe Bogotá 39, einer Begegnung von 39 bedeu­tenden lateinamerikanischen Autorinnen unter 39 Jahren. 2014 erhielt sie den Ersten Preis des Medieninstituts CIESPAL (Interna­tionales Medienzentrum für Studien der Kommunikationswissen­schaft in Lateinamerika) für ihre Chronik über die zeitweise nach Paraguay ausgewanderte Elisabeth Nietzsche. Außerdem ver­fasst sie Sachtexte und Beiträge für Universitäten, literarische Portale und staatliche Institutionen in Südamerika. Alemán promovierte an der Tulane University, New Orleans.

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