Klääsch.

Lisa D

Klääsch.

Zusammenstöße mit Kunst, Mode und anderen Disziplinen

352
Seiten
Japanische Broschur mit Schutzumschlag
38,00 €
(brutto)

Klääsch schildert in Bild und Text Stationen aus der Laufbahn der selbsternannten Mode­schöpferin und Modeaktivistin Lisa D. Eines ihrer Markenzeichen waren Shows und Perfor­mances, in denen sie die Mode und die ­Modenschau aus den Händen der Profis befreite und sie zum Erzählen lust­voller Gegengeschichten vergatterte.­

»Klääsch« – Buchobjekt in japanischer Bindung – lädt zur Leseperformance ein: Alle Seiten müssen geöffnet werden, um den Text zu entdecken.

Klääsch schildert in Bild und Text Stationen aus der Laufbahn der selbsternannten Mode­schöpferin und Modeaktivistin Lisa D. Eines ihrer Markenzeichen waren Shows und Perfor­mances, in denen sie mit KollegInnen, Künstler­Innen, Musi­kerInnen, SchauspielerInnen, Schriftsteller­Innen, Laienmodels und Szenenudeln die Mode und die ­Modenschau aus den Händen der Profis befreite und sie – mal kulturell wichtigtuerisch, mal anarchisch-aufmüpfig – zum Erzählen lust­voller Gegen­­geschichten vergatterte.­

Dabei kollidierte sie mit einer Reihe sehr unter­schiedlicher, teils illustrer ­Milieus und Persönlich­keiten: vom Litera­tur und Kunstbetrieb der Avant­gardestadt Graz bis zum Schaustellermilieu einiger Rummelplätze, von der Halbwelt ­verbli­che­ner ­Stripteaselokale bis zur Glitzerwelt des Playboy-­Magazins, von der Under­groundszene Berliner Hinter­hofkeller bis zu ehrwürdigen ­Hochkulturtempeln, von Hans Gamperl und Sister über Lucas Cejpek bis zu Elfriede ­Jelinek, von Fiona ­Bennett über Lena Braun bis zu Otto Sander.

Zwischen Bildstrecken von sieben Shows lässt Lisa D. die Begegnungen und Zusammenstöße aus der Sicht ihres Models Alice Daddledale wieder aufleben. Dabei entsteht nicht nur eine ­Geschichte von den eigensinnigen Streifzügen einer lustvoll ­dilettierenden, sich ihr eigenes Genre er­schaffenden ­Freibeuterin, sondern auch das Panorama einer Zeit, in der sich die ­­­Grenzen zwischen Kunst und Kommerz, Ost und West, männlich und weib­lich, Beherrschung und Selbstbeherr­schung ­auflösen. Im Hintergrund werden Logen gegründet, Paraden ­erfunden, Welt­geschichte versäumt, Parties ge­sprengt, Freunde verraten und Genies geboren.

Lisa D

Lisa D. (Elisabeth Prantner): gelernte Pädagogin, seit 1984 als freischaffende Modeschöpferin tätig, zuerst in New York und Graz, dann hauptsächlich in Berlin. Kontinuierliche Produktion und Präsentation von jährlich mehreren Kollektionen seit 1984. Betrieb neben Lisa D Fashion und die Projektlabels Global Concern und BOATPEOPLE(TM). Diverse Ausstattungen für Theaterproduktionen. Zahlreiche Aktionen, Performances und Schauen, in denen sie in der Sprache der Mode Geschichten erzählt. Seit 2011 Betrieb des Veränderungsateliers »Bis es mir vom Leibe fällt«, das sich der Reparatur im weitesten Sinne des Wortes: der Erhaltung und Erneuerung von Dingen, die sich bereits in der Welt befinden, widmet. Das Projekt wurde 2012 mit dem deutschen Bundespreis ECO Design, 2017 mit dem Buddy Award und 2018 mit der Spitzen Nadel und dem Re-Use Preis der Stadt Berlin ausgezeichnet.


Presse

»Was diese Mode aus den Frauen macht? Falsche Frage! Lisa D. will mit ihrer Graz-Berliner Melange die Augen öffnen für andere Frauenbilder und für seltsame Ansichten von Männern.«

»›Immer wenn eine von uns etwas ­machte, das am Rand des Peinlichen war, sagte Lisa: Merk dir das!‹ Dass es in der Mode und im Leben nicht darum geht, alles richtig zu machen, scheint die ­Lehre der Designerin und Aktivistin Lisa D. zu sein.«

Ab Minute 11:30 in der 3sat-Kulturzeit: »Bis es mir vom Leibe fällt«, unsere Autorin Lisa D Mode mit »KLÄÄSCH. Zusammenstöße mit Kunst, Mode und anderen Disziplinen«

»Das Buch dokumentiert nicht nur Jahrzehnte von Lisa D.s modischem Schaffen, es fungiert zugleich als alternatives und nicht immer ganz ernst gemeintes zeithistorisches Archiv. Quasi ein 352-seitiges Hohelied des Eigensinns!«

Kleine Zeitung / 6.6.2019

»ein Buch … das in Text und Bild selbst so sehr eine Performance darstellt wie die schrägen Aktionen, von denen es erzählt. … Feminismus, wie man ihn sich heute wünschen würde: frech, intellektuell, vor allem aber panzerbrechend witzig.«

»Ein spannendes Stück Kunst-, Mode- und Zeitgeschichte«

»Klääsch erinnert natürlich an das englische Clash, aber halt auch an jenen Kläscher den es bei einem abrupten Aufprall macht. Oder den man salopperweise jemandem attestiert, den man, nun, nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte wähnt.«

Lisa D. war geladen zum Interview bei »Das rote Mikro«:

»Die Künstlerin Lisa D. vereint Grazer mit Berliner Avantgarde und erklärt die Modenschau zum erweiterten Bewusstseinszustand. In hauseigener Underground-Tradition präsentiert Maro Fotos aus einem unformatierten Jahrzehnt, dazu Texte, die es vor dem Lesen freizuschneiden gilt. Ein aufregendes Buch.«

»Wer in Lisa D.s Paradiese, ob Striptease-Lokal, ob Geisterbahn, Zutritt hatte, brauchte nicht mehr das Schiff der Träume von Fellini entern oder Greenaways Kontrakt des Zeichners unterfertigen. Rausch und Sinn, burlesker Für-wie-Gegenbarock waren zwischen Lagen von bunten Stoffen an Nichtmodeorten zu finden. […] Klääsch strotzt vor handgenähter und nicht weichgezeichneter Fotomaterie. Es war noch eine Welt frei von Photoshop Dämonen. Das allein gibt dem Buch ein Sinnlichkeits-Gütesiegel […]

Wem Bilder aus Lisa D.s Gewand-Hausorchester reichen, dem schenkt das Buch einen freien Blick. Wer aber lesen möchte, was Alice Daddledale, Lieblingsmodel der Modemacherin, so aus dem Nähkästchen plaudert, und auch noch Buchliebhaber ist, dem steht ein Entscheidungsmoment mit möglichen Schmerzfaktor bevor. […] Lisa D.s in Buchstaben gekleidetes Leben hinter den Catwalks verlangt von uns allen nach Öffnung. Das Buch selbst ziert sich wie ein kapriziöses Model, seinen Text auf den Rückseiten der Fotografien einfach so herzuzeigen. Diese Doppel-Seiten sind unaufgeschnitten, aber zumindest auf der Vorderkante immerhin perforiert. Es gilt, sich nun für und wider diese Perforier-Performance zu entscheiden.

Einfachste Variante: Zwei Bücher kaufen, eines als unberührte Schönheit […] ins Regal stellen, das zweite mit einem geeigneten Werkzeug […] neben dem Lesesessel platzieren.

Die Ein-Buch-Variante, die zugleich ein Lesen ermöglicht, aber das Buch nicht beschneidet, ist – im Selbstversuch getestet – herausfordernder: 1. Zwei der verbundenen Seiten vorsichtig auseinanderbiegen, bis eine zylinderförmige Biegung entstanden ist und die Buchstaben erkennbar werden. 2. In den entstandenen rundum bedruckten Hohlraum durch die abgewandte Öffnung genügend Licht strahlen lassen und zu lesen beginnen.

Warnhinweis: So zu lesen bedeutet andauernde Körperverformung, damit zumindest die Augen alles erfassen können. Betrachter des Lesenden könnten diese Verrenkungen und Kopfdrehungen […] auch wieder an Bewegungsabläufe mancher Models erinnern. Ein solcher Umgang mit Klääsch wird dann für jeden Leser und jede Leserin zur persönlichen Hommage an Lisa D.s Werk, wandelt sich zu einem schwindelerregenden literarischen Catwalk.«

Moment...