Ein dezentrales Symposium zum Übersetzen von Science-Fiction und Spekulativer Literatur

Übersetzer:innen, Autor:innen, Illustrator:innen, Wissenschaftler:innen und Science-Fiction-Leser:innen kommen an vier Abenden in Berlin, Heidelberg und Halle über das Übersetzen ins Gespräch, mit dabei: die chinesische Science-Fiction-Autorin Xia Jia, die ÜbersetzerInnen Karin Betz, Milena Adam, Karin Nölle, Lisa Mensing und Marc Hermann.

»Zukunft übersetzen« ist ein Projekt initiiert von Lukas Dubro (Mitherausgeber des Kapsel-Magazins), Tim Holland (Autor von MaroHeft #23 »Wenn Muskeln weinen«) und Sarah Käsmayr, in Kooperation mit dem Kapsel Magazin und dem Konfuzius- Institut an der Universität Heidelberg, gefördert durch den Deutschen Übersetzerfonds. Kuratiert von Tim Holland, dem MaroVerlag und dem Kapsel-Projekt.

•

Berlin, 18. September 2026, 19:30 Uhr
Wenn der Nacktmull spricht. Wie übersetzt man mehr-als-menschliche Erzähler*innen?
Lesungen und Gespräch mit Lisa Mensing, Felix Meyer zu Venne und Karen Nölle, moderiert von Tim Holland

Ein Nacktmullweibchen kommt nach Brüssel, um den Menschen das Ruder aus der Hand zu nehmen, denn dieses kluge Tier hat längst verstanden, wer dem Planeten schadet. Doch wie lassen sich die ungewöhnlichen Sinne einer tierischen Erzählerin ins Deutsche übertragen? Wie gefühlig darf man eine KI sprechen lassen? Und welche Bilder bewahren das Fremde einer Stimme, die nicht menschlich ist?

Am ersten Abend des dezentralen Symposiums »Übersetzt aus der Zukunft« kommen drei Übersetzer:innen zusammen, die dem Nicht-Menschlichen eine Sprache geben. In Lesung und Gespräch wird spürbar, was Übersetzen mit dem »Noch-Nicht« zu tun hat: das Ringen um Bilder für das, was die Welt ist und was sie sein könnte.

Zeit: 18. September, 19:30 Uhr
Ort: Brotfabrik, Cali­ga­ri­platz 1, 13086 Berlin Pankow
Eintritt: 8 Euro / 6 Euro (ermäßigt)
Infos: auf der Veranstaltungswebsite

•

Heidelberg, 9. Oktober 2026, 20:00 Uhr
Aliens, Hologramme, Tote und Menschen. Wie übersetzt man anwesende und abwesende Körper?
Lesungen und Gespräch mit Marc Hermann, Camilla Mücksch, Miriam Wiskemann und Xia Jia, moderiert von Lukas Dubro, moderiert von Lukas Dubro

Hologramme bestimmen unser Leben, künstliche Doppelgänger:innen vertreten uns beim Geburtstagsfest, und ein Reality-TV-Star verwandelt sich in einen Gott. Doch wie verleiht man fantastischen Körpern Gestalt, wenn sie die Sprache wechseln, und welche Möglichkeiten gibt es, Unbekanntes und in unserer Welt noch nicht Wahrnehmbares in Bildwelten zu überführen?

Am zweiten Abend des dezentralen Symposiums »Übersetzt aus der Zukunft« treffen Übersetzer:innen unterschiedlicher Disziplinen auf die Originalautorin und berichten im Gespräch von ihren Vergnüglichkeiten und Herausforderungen bei den Übersetzungsprozessen.

Zeit: 9. Oktober, 20:00 Uhr
Ort: Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg, Saalbau, Am Bahnbetriebswerk 5, 69115 Heidelberg
Eintritt: frei
Sprache: Englisch
Infos: auf der Veranstaltungswebsite

•

Berlin, 14. Oktober 2026, 20:00 Uhr
Im Nebel kann man nur vorwärts und rückwärts fahren. Wie übersetzt man Zeitschleifen und Grammatiken des Möglichen?
Lesungen und Gespräch mit Xia Jia, Milena Adam und Wolfgang Tress, moderiert von Felix Meyer zu Venne

Stellen wir uns vor, wir könnten im Kryoschlaf Jahrzehnte überbrücken, bis unheilbare Krankheiten besiegt sind. Doch wie fühlt es sich an, in einer Welt zu erwachen, in der unsere Freund:innen und Verwandte nicht mehr sind? Und wie sieht eine Welt aus, in der eine Pandemie dazu geführt hat, dass dort nur noch Kinder leben? 

Am dritten Abend von »Übersetzt aus der Zukunft« geht es um die Frage, wie sich Gefühle übersetzen lassen, die man selbst (noch) nicht kennt.

Zeit: 14. Oktober, 20:00 Uhr
Ort: Otherland Buchhandlung, Bergmannstraße 25, 10961 Ber­lin
Eintritt: frei
Sprache: Englisch
Infos: auf der Veranstaltungswebsite

•

Halle, 9. November 2026, 20:00 Uhr
Möglichkeiten, Sorgen und Wunschvorstellungen. Wie übersetzt man (Sprach-)Bilder des »Noch-nicht«?
Lesungen und Gespräch mit Karin Betz, Markus Färber und Tim Holland, moderiert von Sarah Käsmayr

Das erschöpfte Bundeskanzleramt in Berlin wird von einem vielfältigen Wir aus Menschen, Tieren und Pflanzen besetzt. In New York baut man Wolkenkratzer als Staudämme. Riesige Seifenblasen lassen es in der Wüste regnen und machen diese wieder fruchtbar. Doch welche Sprache und welche Form verleiht man Wesen und Dingen, die es noch nicht gibt? Wie viel Bekanntes muss in einem sprachlichen oder visuellen Bild stecken, damit wir es »begreifen« können? Und wie lassen sich flirrende Hologramme, changierende Emotionen und ungreifbare Zustände in elektrisierende Zeichnungen überführen, die man nicht mehr aus der Hand legen mag?

Am vierten Abend des dezentralen Symposiums »Übersetzt aus der Zukunft« geht es ums Übersetzen im interdisziplinären Sinne.

Zeit: 9. November, 20:00 Uhr
Ort: Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Raum 103/104, Villa Campus Design, Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale)
Eintritt: frei
Infos: auf der Veranstaltungswebsite

•

Moment...