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Schlechtenachtgeschichte

Andreas Mand

Schlechtenachtgeschichte

220
Seiten
Softcover
ISBN
978-3-87512-272-5
12,90 €
(brutto)

Held der Geschichte ist ein Wildschwein mit dem albernen Namen Schnöfftöff, das in eine Normalfamilie (Vater, schwangere Mutter, Peter) als Gast aufgenommen wird und gemeinsam mit allerhand albernen erdachten Figuren genauso alberne Abenteuer erlebt. Die einzelnen Kapitel sind meist nur eine halbe Seite lang und tragen Überschriften wie aus dem Kinderbuch.

Das klingt nun auf den ersten Blick ziemlich wirr, aber wer den Nonsense schätzt, wird das Buch lieben, denn hier wird auf unserer banalen medienbeeinflußten Alltagssprache so lange herumgeritten, bis man am Ende widerwillig grinsen muß. Und das Duisburger Lokalkolorit scheint kräftig durch die Phantasien hindurch. Wild wird galoppiert durch alle Sprachebenen und immer wieder einmal wird die frustrierend graue Wirklichkeit aufspießt, in der anscheindend niemals etwas Wesentliches passiert: Da ist die Mietwohnung mit dem braungekachelten Badezimmer, eine Mutti, ein Vati und Peter, der muffelige Hausmeister, ein regelmäßig vom Rhein überschwemmter Kinderspielplatz, kleine Ausflüge mit dem Auto, der Zoobesuch und der triste verregnete Nordseeurlaub im Sommer. Diese Panoramen dienen als Hintergrund für Mands reichhaltige kindische Phantasiehandlung, die umso wilder ist, je öder der Alltag sich präsentiert.

Der Leser wird möglicherweise in diesem Buch viele amüsante Puzzlesteine aus seiner eigenen Kindheit wiedererkennen.

Andreas Mand

Andreas Mand wurde 1959 in Duisburg geboren.

»Denn welcher deutschsprachige Roman bringt so viele so genau recherchierte Details, wie man das sonst nur von amerikanischen Großmeistern kennt?«, schrieb Willi Winkler im SPIEGEL über »Grovers Erfindung« (1990). Mit diesem Buch begann die Zusammenarbeit zwischen Andreas Mand und dem Maroverlag. »Das rote Schiff« (1994) war »wieder ein wunderbar leichtes Buch über das Erwachsenwerden in Deutschland« (Helmut Schödel, DIE ZEIT). In Romanen wie »Kleinstadthelden« und »Vaterkind«, die in anderen Verlagen erschienen, setzte er seine »einzigartige private Geschichtsschreibung« (Peter Henning) fort, wurde als »äußerst sensibler Chronist der letzten 30 Jahre« (Tilman Spreckelsen, FAZ) gerühmt, wenngleich die Bände nicht in chronologischer Reihenfolge erschienen.

Haut ab, Hamburg 1982 (Nautilus); Innere Unruhen, Hamburg 1984 (Kellner) ; Grovers Erfindung, Augsburg 1990 (Maro); Der Traum des Konditors, Berlin 1992 (UVA); Grover am See, Augsburg 1992 (Maro); Peng, Stuttgart 1994 (Edition Solitude); Das rote Schiff, Augsburg 1994 (Maro); Kleinstadthelden, Zürich 1996 (Ammann); Das große Grover-Buch, Zuerich 1998 (Ammann); Vaterkind, Salzburg 2001 (Residenz); Schlechtenachtgeschichte, Augsburg 2004 (Maro); Paul und die Beatmaschine, Augsburg 2006 (Maro); eine kleine Feile, Demos 1984-89, AudioCD, Augsburg 2007 (Maro), Das Grover Spiel. Proberaum Ewigkeit, Augsburg 2010 (Maro), Der zweite Garten, Augsburg 2015 (Maro).

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