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Voll im Leben

Roman

John Fante

18,00 €
inkl. MwSt.

Der junge Drehbuchautor John Fante hat endlich genug Geld verdient, um sich den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen. Doch jetzt sorgt die Schwangerschaft seiner Frau für neue Herausforderungen. Vor allem, da Joyce leibhaftig den Boden unter den Füßen verliert: Die Hochschwangere steht vor dem Herd, als der Fußboden unter ihr nachgibt … Tragik und Komik reichen sich in diesem Roman stets die Hand. Ein wahres Lesevergnügen!

Der junge Drehbuchautor John Fante hat endlich genug Geld verdient, um sich den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen. Doch jetzt sorgt die Schwangerschaft seiner Frau für neue Herausforderungen. Vor allem, da Joyce leibhaftig den Boden unter den Füßen verliert: Die Hochschwangere steht vor dem Herd, als der Fußboden unter ihr nachgibt. 
Der Makler weist alle Schuld von sich. Ein Handwerker muss her! Da kommt John sein knorriger Vater in den Sinn. Nick Fante ist Maurer, allerdings auch ein verdammter Dickschädel. Ein auf brausender Italoamerikaner – verschroben, liebe voll und ziemlich sentimental. Er hat große Pläne für seinen Enkel, und so wird das Haus umgebaut statt repariert, und alles kommt anders als geplant … Was in diesem Roman zwischen den Generationen passiert, ist getränkt von existenziellem Witz und tiefsinniger Tragik.
Mit dieser Westküsten-Komödie kam John Fante zu seinen Lebzeiten das erste und einzige Mal zu Bestseller-Ehren. »Full of Life« wurde Buch des Monats bei Readers Digest und mit Judy Holliday erfolgreich verfilmt. Unter dem Titel »Alle Sehnsucht dieser Welt« kam der Film 1956 in deutsche Kinos.

Untertitel
Roman
Sprache
Deutsch
Seiten
162
Autor
John Fante
Übersetzt von
Doris Engelke
Umschlag von
Kolja Burmester
Bindungsart
Broschur

John Fante wurde 1909 als Sohn italienischer Einwanderer in Colorado geboren und ging Ende der zwanziger Jahre nach Kalifornien. Dort begann er unter schwierigen Bedingungen eine Karriere als Autor. John Fante ist in Deutschland noch immer ein Geheimtipp. Auch in den USA wurde er erst in hohem ­Alter zu den großen West-Coast-Schriftstellern wie Mailer, ­­Fitz­gerald und Chandler gezählt. Seine Beachtung stieg, nachdem Charles Bukowski ihn zu seinem »Gott« erklärte: »Hier endlich war ein Mann, der keine Angst vor Emotionen hatte. Mit überwältigender Schlichtheit vermischen sich Humor und Schmerz.« Der Durchbruch gelang ihm 1938 mit dem Roman »Ich – Arturo Bandini«; seinen Lebensunterhalt verdiente er jedoch zeit seines Lebens als Drehbuchschreiber für die Filmindustrie. Weshalb Fante in seiner Schaffenszeit weitgehend unbeachtet blieb, wird heute der damaligen Verlagswelt zugeschrieben. Seine Romane »Wait until Spring, Bandini«, »Ask the Dust« und »Dago Red« blieben zunächst Insider-Tips, die von den großen Verlage ignoriert wurden. Fante musste sich als Drehbuchautor in Hollywood durchschlagen. 1978 verlor Fante aufgrund einer Diabetes seine Sehkraft; später mussten ihm beide Beine amputiert werden. Sein letztes Buch über seine ersten Tage in Los Angeles diktierte er seiner Ehefrau, bevor er 1983 in Malibu, Kalifornien, verstarb.

»Der Ich-Erzähler springt halsbrecherisch hin und her zwischen Selbstmitleid und Ironie. Er glaubt, dass alle sich gegen ihn verschworen haben: seine Frau, die fromm wird, der Priester, der dickköpfige Vater, der, statt das klaffende Loch in der Küche zu reparieren, den Kamin abreißt und einen neuen baut. Und den protestierenden Sohn zurechtweist: Er sage ihm ja auch nicht, wie er eine Geschichte zu schreiben habe. So taumelt John durch die letzten Wochen Richtung Kreißsaal, schämt sich, trotzt, bereut, dreht auf. Borniert ist er, ja, aber nie bösartig oder nachtragend. Ein quecksilbriges Temperament, das schon deswegen an Fantes anderen Helden Arturo Bandini erinnert, weil er am liebsten aus dem Rohmaterial des eigenen Lebens diese schnellen Storys mit ihren jederzeit komödientauglichen Dialogen herauszauberte.
Das klingt scheinbar so ungefiltert, überschwänglich und mit ungehemmtem Hang zur Übertreibung, dass man das Kalkül und den Sinn für dramatische Effekte leicht übersieht. "Ich sank auf die Knie mit einem abscheulichen und zermalmenden Glücksgefühl, das mich mit seiner schrecklichen Kraft fast umbrachte", schreibt er kurz vorm Aufbruch zur Entbindung. Er ist ein Mann aus einer verschollenen Zeit, von dessen Sicht auf Frauen, Vaterschaft, Familie sich heute nur noch Spurenelemente erhalten haben. Zum Glück, klar, aber John Fantes Prosa aus den dreißiger wie aus den fünfziger Jahren gleicht einem Barometer, auf dem sich diese Stimmungslagen sehr schön, lustig und genau ablesen lassen. Ganz abgesehen davon, dass seine vier Los-Angeles-Bücher zu den besten gehören, die über die Stadt geschrieben worden sind.« Peter Körte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 17.6.2018

»Die Szenen familiären Zusammenlebens zwischen Küchenboden, Kirche und Krankenhaus sind herzerwärmend erzählt. Das ist stilistisch von einer zurückgenommenen Finesse, einer zurückhaltenden Direktheit, das ist manches Mal schreiend komisch, immer zum Mitfühlen, das ist vor allem eines: Voll das Leben […]
Wer lesen möchte, wie aus einem Talent ein Schriftsteller, aus einem Jungen ein Mann, aus einem Liebhaber ein Gatte und Vater und aus einem Kind ein mitfühlender Sohn wird, der lese Voll im Leben.« Sätze&Schätze

978-3-87512-482-8

Presse

»Der Ich-Erzähler springt halsbrecherisch hin und her zwischen Selbstmitleid und Ironie. Er glaubt, dass alle sich gegen ihn verschworen haben: seine Frau, die fromm wird, der Priester, der dickköpfige Vater, der, statt das klaffende Loch in der Küche zu reparieren, den Kamin abreißt und einen neuen baut. Und den protestierenden Sohn zurechtweist: Er sage ihm ja auch nicht, wie er eine Geschichte zu schreiben habe. So taumelt John durch die letzten Wochen Richtung Kreißsaal, schämt sich, trotzt, bereut, dreht auf. Borniert ist er, ja, aber nie bösartig oder nachtragend. Ein quecksilbriges Temperament, das schon deswegen an Fantes anderen Helden Arturo Bandini erinnert, weil er am liebsten aus dem Rohmaterial des eigenen Lebens diese schnellen Storys mit ihren jederzeit komödientauglichen Dialogen herauszauberte.
Das klingt scheinbar so ungefiltert, überschwänglich und mit ungehemmtem Hang zur Übertreibung, dass man das Kalkül und den Sinn für dramatische Effekte leicht übersieht. "Ich sank auf die Knie mit einem abscheulichen und zermalmenden Glücksgefühl, das mich mit seiner schrecklichen Kraft fast umbrachte", schreibt er kurz vorm Aufbruch zur Entbindung. Er ist ein Mann aus einer verschollenen Zeit, von dessen Sicht auf Frauen, Vaterschaft, Familie sich heute nur noch Spurenelemente erhalten haben. Zum Glück, klar, aber John Fantes Prosa aus den dreißiger wie aus den fünfziger Jahren gleicht einem Barometer, auf dem sich diese Stimmungslagen sehr schön, lustig und genau ablesen lassen. Ganz abgesehen davon, dass seine vier Los-Angeles-Bücher zu den besten gehören, die über die Stadt geschrieben worden sind.« Peter Körte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 17.6.2018

»Die Szenen familiären Zusammenlebens zwischen Küchenboden, Kirche und Krankenhaus sind herzerwärmend erzählt. Das ist stilistisch von einer zurückgenommenen Finesse, einer zurückhaltenden Direktheit, das ist manches Mal schreiend komisch, immer zum Mitfühlen, das ist vor allem eines: Voll das Leben […]
Wer lesen möchte, wie aus einem Talent ein Schriftsteller, aus einem Jungen ein Mann, aus einem Liebhaber ein Gatte und Vater und aus einem Kind ein mitfühlender Sohn wird, der lese Voll im Leben.« Sätze&Schätze