Little Italy

Erzählungen

John Fante

20,00 €
inkl. MwSt.

Eines haben Fantes Protagonisten gemeinsam: sie stammen allesamt aus dem proletarischen Milieu. Ihre Lebensführung ist chaotisch, sie sind im weitesten und liebenswertesten

Sinne auch politische Anarchisten. Auch wenn sich Fante immer wieder einmal herablassend über sie ausläßt, im Mittelpunkt seiner Geschichten steht der »Itaker von der Straße«, der gerne Amerikaner sein will, es aber nicht schafft. Ganz wie Fante selber. Was seine Helden aber auszeichnet ist ihre grenzenlose Neugier, ihr Mut zum Risiko, ihr ungebrochener Lebenswille. Aber sie alle werden dominiert von den mitgebrachten Werten und Dogmen des Katholizismus.

Untertitel
Erzählungen
Sprache
Deutsch
Seiten
368
Autor
John Fante
Übersetzt von
Rainer Wehlen und Kurt Pohl
Bindungsart
Broschur

John Fante wurde 1909 als Sohn italienischer Einwanderer in Colorado geboren und ging Ende der zwanziger Jahre nach Kalifornien. Dort begann er unter schwierigen Bedingungen eine Karriere als Autor. John Fante ist in Deutschland noch immer ein Geheimtipp. Auch in den USA wurde er erst in hohem ­Alter zu den großen West-Coast-Schriftstellern wie Mailer, ­­Fitz­gerald und Chandler gezählt. Seine Beachtung stieg, nachdem Charles Bukowski ihn zu seinem »Gott« erklärte: »Hier endlich war ein Mann, der keine Angst vor Emotionen hatte. Mit überwältigender Schlichtheit vermischen sich Humor und Schmerz.« Der Durchbruch gelang ihm 1938 mit dem Roman »Ich – Arturo Bandini«; seinen Lebensunterhalt verdiente er jedoch zeit seines Lebens als Drehbuchschreiber für die Filmindustrie. Weshalb Fante in seiner Schaffenszeit weitgehend unbeachtet blieb, wird heute der damaligen Verlagswelt zugeschrieben. Seine Romane »Wait until Spring, Bandini«, »Ask the Dust« und »Dago Red« blieben zunächst Insider-Tips, die von den großen Verlage ignoriert wurden. Fante musste sich als Drehbuchautor in Hollywood durchschlagen. 1978 verlor Fante aufgrund einer Diabetes seine Sehkraft; später mussten ihm beide Beine amputiert werden. Sein letztes Buch über seine ersten Tage in Los Angeles diktierte er seiner Ehefrau, bevor er 1983 in Malibu, Kalifornien, verstarb.

»Der Titel ›Littly Italy‹ ist mehrdeutig. Fante lässt seine eigene Kindheit in Colorado wiederauferstehen. Die Erzähler sind kleine Jungs, die sich nur wundern können über die geduldige Unterwürfigkeit der sich zuschanden arbeitenden Mütter, über die lauten, autoritären, latent gewalttätigen Väter – und die ständig fürchten müssen, zur Hölle zu fahren, weil der katholische Tugendterror auch die letzten Freiräume ihres Alltag durchdringt. Die kleinen Rebellionen, die sie trotzdem anzetteln und die ihnen neben Dresche immer auch bitterliche Gewis­sensbisse einbringen, sind in diesem repressiven System keine Kleinigkeit – sie erfordern echten Heldenmut.« taz

»Fante ist ein großartiger Ethnograf seines Milieus, der unter der kruden plebejischen Schroffheit noch einen Glutkern von Zärtlichkeit ausmachen kann.« Rolling Stone

»[…] betont kindlich und komisch […]. Wie soll man zur Erstkommunion, wenn man nicht mal ein ordentliches weißes Hemd hat? Eine Tragödie mit zu langen Ärmeln!« Poetentest

»Liebe, Kirche, Großfamilie – und mittendrin groß­mäulige Helden, die das Herz am rechten Fleck haben oder auch nicht, unterhaltsam sind sie auf jeden Fall in ihrem steten Bemühen, etwas darzustellen, ihr Glück zu machen, Fuß zu fassen in der Welt.« Das Magazin

978-3-87512-475-0

Presse

»Der Titel ›Littly Italy‹ ist mehrdeutig. Fante lässt seine eigene Kindheit in Colorado wiederauferstehen. Die Erzähler sind kleine Jungs, die sich nur wundern können über die geduldige Unterwürfigkeit der sich zuschanden arbeitenden Mütter, über die lauten, autoritären, latent gewalttätigen Väter – und die ständig fürchten müssen, zur Hölle zu fahren, weil der katholische Tugendterror auch die letzten Freiräume ihres Alltag durchdringt. Die kleinen Rebellionen, die sie trotzdem anzetteln und die ihnen neben Dresche immer auch bitterliche Gewis­sensbisse einbringen, sind in diesem repressiven System keine Kleinigkeit – sie erfordern echten Heldenmut.« taz

»Fante ist ein großartiger Ethnograf seines Milieus, der unter der kruden plebejischen Schroffheit noch einen Glutkern von Zärtlichkeit ausmachen kann.« Rolling Stone

»[…] betont kindlich und komisch […]. Wie soll man zur Erstkommunion, wenn man nicht mal ein ordentliches weißes Hemd hat? Eine Tragödie mit zu langen Ärmeln!« Poetentest

»Liebe, Kirche, Großfamilie – und mittendrin groß­mäulige Helden, die das Herz am rechten Fleck haben oder auch nicht, unterhaltsam sind sie auf jeden Fall in ihrem steten Bemühen, etwas darzustellen, ihr Glück zu machen, Fuß zu fassen in der Welt.« Das Magazin