Little Italy

John Fante

Little Italy

Erzählungen

John Fante wird als Westcoast-Poet bezeichnet und war der »Gott« von Charles Bukowski. »Little Italy« versammelt 20 Stories aus dem posthum erschienenen »The Wine of Youth«. Seine stark autobiografisch geprägten Geschichten erzählen aus der Kindheit und frühen Jugend des Autors und reichen bis in die Zeit hinein, in der er begann, als Drehbuchautor zu arbeiten. Wenn Fante seine Jugendsünden als streng katholisch erzogener italo-amerikanischer Spross einer Einwandererfamilie in zweiter Generation darlegt, darf erinnert, gelitten und bestimmt gelacht werden.

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Bruttopreis

»Eines Tages holte ich ein Buch heraus, öffnete es und da war es! Einen Moment lang stand ich lesend da. Dann trug ich wie ein Mann, der Gold auf einer Müllkippe gefunden hatte, das Buch zu meinem Tisch.«

Charles Bukowski über Little Italy

Eines haben Fantes Protagonisten gemeinsam: sie stammen allesamt aus dem proletarischen Milieu. Ihre Lebensführung ist chaotisch, sie sind im weitesten und liebenswertesten Sinne auch politische Anarchisten. Auch wenn sich Fante immer wieder einmal herablassend über sie ausläßt, im Mittelpunkt seiner Geschichten steht der »Itaker von der Straße«, der gerne Amerikaner sein will, es aber nicht schafft. Ganz wie Fante selber. Was seine Helden aber auszeichnet ist ihre grenzenlose Neugier, ihr Mut zum Risiko, ihr ungebrochener Lebenswille. Aber sie alle werden dominiert von den mitgebrachten Werten und Dogmen des Katholizismus.

Untertitel
Erzählungen
Autor
John Fante
Übersetzt von
Rainer Wehlen und Kurt Pohl
Seiten
368
Sprache
Deutsch
Bindungsart
Broschur
ISBN
978-3-87512-475-0

John Fante wurde 1909 als Sohn italienischer Einwanderer in Colorado geboren und ging Ende der zwanziger Jahre nach Kalifornien. Dort begann er unter schwierigen Bedingungen eine Karriere als Autor. John Fante ist in Deutschland noch immer ein Geheimtipp. Auch in den USA wurde er erst in hohem ­Alter zu den großen West-Coast-Schriftstellern wie Mailer, ­­Fitz­gerald und Chandler gezählt. Seine Beachtung stieg, nachdem Charles Bukowski ihn zu seinem »Gott« erklärte: »Hier endlich war ein Mann, der keine Angst vor Emotionen hatte. Mit überwältigender Schlichtheit vermischen sich Humor und Schmerz.« Der Durchbruch gelang ihm 1938 mit dem Roman »Ich – Arturo Bandini«; seinen Lebensunterhalt verdiente er jedoch zeit seines Lebens als Drehbuchschreiber für die Filmindustrie. Weshalb Fante in seiner Schaffenszeit weitgehend unbeachtet blieb, wird heute der damaligen Verlagswelt zugeschrieben. Seine Romane »Wait until Spring, Bandini«, »Ask the Dust« und »Dago Red« blieben zunächst Insider-Tips, die von den großen Verlage ignoriert wurden. Fante musste sich als Drehbuchautor in Hollywood durchschlagen. 1978 verlor Fante aufgrund einer Diabetes seine Sehkraft; später mussten ihm beide Beine amputiert werden. Sein letztes Buch über seine ersten Tage in Los Angeles diktierte er seiner Ehefrau, bevor er 1983 in Malibu, Kalifornien, verstarb.

Ein kompaktes und gleichzeitig detailliertes Bild von Fante hat Frank Schäfer in der taz veröffentlicht. »Er befragte den Staub« findet man hier.