50 Jahre Maro

Yvonne Kuschels Illustration in der taz

© 50 Jahre Maro: Illustration von Yvonne Kuschel für die taz. Hier finden sich Elemente aus Buchumschlägen, die Yvonne Kuschel für Maro gezeichnet hat für Bücher von Persephone AbbottSusanne Neuffer und Fernando Contreras Castro.

Danke für all die Glückwünsche aus Nah und Fern! Wir freuen uns über die Zuneigung und Neugier an unserem Verlag, die uns in unserem Jubiläumsjahr von so vielen Seiten erreichen.

Auch die Presse ging dem runden Geburtstag auf den Grund und blickt mit uns in die Zukunft. Die taz hat eine Chronik kompiliert und zitiert die ursprünglichen – und anhaltenden – Absichten des einst als Zwei-Mann-Idee geborenen Verlags: »Ich hatte ein paar Leute in München kennengelernt, die alle sagten, die konventionelle Literatur, das ist alles ein Krampf, wir müssen selber was machen.‹« Dies geschah dann auch – und zwar unabhängig und qualitätsbewusst, wie Verleger Benno Käsmayr betont: »Ich wollte möglichst immer die Produktionsmittel im Haus haben, aus mehreren Gründen: erstens, weil es billiger ist; zweitens, weil ich viel flexibler bin und nicht auf jemand anders angewiesen bin; und drittens, weil ich die Kontrolle über die Qualität habe.«


Noch mehr Anekdoten, zum Beispiel über die Verbindung zu Charles Bukowski finden sich im Büchermarkt des Deutschlandfunks, in dem Benno verrät, wie man vor 50 Jahren einen Verlag gründete und, welche Tugenden für ambitioniert-antagonistische Kleinverleger wichtig sind: »Ich hatte dann den Mut, Weissner zu fragen im MaroVerlag was von Bukowski zu machen. (…) Aber leider wurde er immer wieder – wie er sagt – kleinkariert abgewiesen. Der zentrale Satz war dann: ›Benno, lieber ein Buch in einem kleinen Verlag als gar kein Buch von Bukowski.‹ Das war der Anfang.« Doch wie sah es in einem Kleinverlag mit der Auflage aus? »Dieses Buch verlangte nach etwas Größerem. Ich musste also größer denken.«

Buchhandlung Korn & Berg Nürnberg

Schaufenster der Buchhandlung Korn & Berg Nürnberg.


Maro wird geschwind mit bekannten Namen in Verbindung gebracht, wie Bukowski, Fauser und Fante. Doch in 50 Jahren tummeln sich weit mehr auf der Veröffentlichungsliste – wichtig sind sie für uns alle, auch die Galeriebuchreihe mit Titeln zu Textilkunst und Handarbeitstechniken. Die Literatur steht dennoch immer im Zentrum, kürzlich zum Beispiel Pia Klemps »harter, unversöhnlicher« Roman Lass uns mit den Toten tanzen oder Ausflüge in weite Fernen, wie nach Costa Rica mit Única blickt aufs Meer von Fernando Contreras Castro. Und wenn wir dann in einem Jubiläumsportrait im Neuen Deutschland den Satz finden, den wir stets von unseren Leser*innen , Autor*innen und Freund*innen hören wollen, kommen wir um errötende Wangen nicht umhin: »Gut, dass Maro diese Bücher gemacht hat.«

Was wird aber aus einer Tradition des Nonkonformen. Geht das ohne Widersprüche? Wir denken schon, so wie bei der Fortsetzung der »Tollen Hefte«, laut BR2 »Bilderbücher für Erwachsene illustriert von wichtigen Künstlerinnen und Künstler, aufwendig in mehreren Farben gedruckt«. Unsere neue Reihe, die backfrischen MaroHefte, mit »absoluter Narrenfreiheit für die Illustratoren«, wie die SZ feststellt, führen die Tradition (oder verlegerische Pflicht) weiter, politische Themen informativ und entdeckungslustig an Leser*innen zu bringen. Sarah Käsmayr fasst die Absicht hinter den neuen Heften im BR2-Interview zusammen: »Auf ganz grundsätzliche tabubehaftete Themen hinweisen, auf grundlegende Dinge, Fragen, die man sich vielleicht nie richtig beantwortet hat und sie in eine Heftform bringen, die bibliophil ist und Spaß macht, aber auch sehr viele Informationen bietet.«

SZ Marohefte 28 07 2020

Der Freitag featured das wunderbare Portrait, das Birgit Böllinger vom Blog »Sätze und Schätze« über uns gezaubert hat, der auf unsere Küchennische im Verlag anspielt und einen Satz für uns parat hält, den wir hoffen, erfüllen zu können: »[I]ch wünsche dem MaroVerlag, dass der Tisch, an dem man lecker schmausen kann und einfach gute Literatur serviert bekommt, noch lange Jahre gedeckt ist!«

In diesem Sinne: Vielen Dank für all die Worte und Glückwünsche! Wir machen weiter!



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